Bunt beleuchtete Gaming-Tastatur im Halbdunkel

ADHS Memes

Wer mit AD(H)S lebt, kennt das Gefühl, die eigenen Eigenheiten ständig erklären zu müssen. Memes drehen das um: Sie beschreiben in einem Bild, wofür man sonst drei Absätze braucht, und treffen dabei oft genauer als jede Definition.

Bei jedem Bild steht kurz, was fachlich dahintersteckt. Denn genau das ist der Punkt: Was sich wie eine persönliche Schwäche anfühlt, ist meist ein gut beschriebenes Merkmal einer Aufmerksamkeitsstörung.

Zufälliges Meme

Wechselt automatisch – und bei jedem Seitenaufruf ist die Auswahl eine andere.

ADHS-Meme im Scooby-Doo-Stil: Unter der Maske von Depression und Angst kommt unbehandeltes ADHS zum Vorschein.

Alle 102 Memes nach Themen

Gedächtnis und Konzentration

Das Arbeitsgedächtnis ist bei AD(H)S häufig belastet. Das ist keine Frage von Interesse oder Anstrengung, sondern eine der am besten belegten Auffälligkeiten der Exekutivfunktionen.

ADHS-Meme: Professor X presst sich angestrengt die Hände an den Kopf. Text: Ich, wenn ich mich erinnern will, was ich vor wenigen Sekunden gehört oder gesagt habe.
Der Klassiker: Man hat zugehört und trotzdem ist es weg.
ADHS-Meme mit Homer Simpson: «Kannst du den Teil mit dem Zeug wiederholen, wo du das mit den Sachen gesagt hast?» – wenn nicht hängen bleibt, was gerade gesagt wurde.
Nachfragen zu müssen ist vielen unangenehm. Es ist aber die vernünftigste Reaktion.
ADHS-Meme mit dem Terminator und «I'll be back»: wenn jemand erwartet, dass man mehr als eine Sache aus einem anderen Raum holt und sich alle merkt.
Drei Dinge aus der Küche holen und mit einem zurückkommen.
ADHS-Meme «Distracted Boyfriend»: Das eigene Gehirn schaut allem hinterher, was nichts mit der eigentlichen Aufgabe zu tun hat.
Ablenkbarkeit ist selten Desinteresse.
ADHS-Meme mit Nicolas Cage: «Seit wann hast du Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis?» – «Solange ich mich erinnern kann.»
Der Witz trifft einen wahren Kern: Wer es nie anders kannte, hält es lange für normal.
ADHS-Meme: Jemand gibt mündliche Anweisungen, das eigene Gehirn zeigt daraufhin ein verzerrtes Farbrauschen.
Mündliche Mehrfachanweisungen sind für das Arbeitsgedächtnis besonders anspruchsvoll. Schriftlich hilft.
ADHS-Meme: Man muss nicht zur vollen Stunde mit dem Lernen anfangen – man kann auch um 5:37 Uhr beginnen.
Das Warten auf den «richtigen» Startzeitpunkt ist eine der häufigsten Aufschiebefallen.
ADHS-Meme: Ein Mann schreit verzweifelt «Lass mich lesen!» – weil man denselben Absatz fünfmal lesen muss, um überhaupt etwas aufzunehmen.
Lesen erfordert dauerhafte Aufmerksamkeit. Bricht sie weg, beginnt der Absatz wieder von vorn.
ADHS-Meme: Erst Freude, dass das Gehirn ein neues Fidget gefunden hat – dann Ernüchterung, weil es Nasenhaare ausreissen ist und wehtut.
Stimming, also selbststimulierendes Verhalten, dient der Selbstregulation. Nicht jede Variante ist praktisch.
ADHS-Meme mit einem Kampfjet: 1953 schoss sich eine F-11 selbst ab, weil sie schneller war als ihre eigene Kugel – so gemeint, wenn Menschen mit ADHS sagen, ihr Gehirn sei schneller.
Schnelles Denken ist ein Vorteil, solange es nicht am eigenen Vorhaben vorbeischiesst.
ADHS-Meme: Eine Frau mäht den Rasen mit einem Staubsauger – wenn man eine Anweisung nicht verstanden hat, es aber trotzdem irgendwie versucht.
Nachfragen fühlt sich oft peinlicher an als das Ergebnis. Ist es selten.
ADHS-Meme mit Pinguinen aus Madagascar, doppelt belichtet: Wenn das Gehirn auf einen kleinen Ausflug geht, statt dem laufenden Gespräch zu folgen.
Abschweifen ist keine Unhöflichkeit. Es passiert, bevor man es bemerkt.
ADHS-Meme: Ein Gehirnschema mit Bereichen wie «Sei bloss nicht komisch», Wortspiele, Memes, Songtexte und 5000 hypothetische Streitgespräche, die nie stattfinden werden.
Gedankliche Dauerpräsenz vieler Themen gleichzeitig – anstrengender, als es von aussen aussieht.
ADHS-Meme: Jemand beugt sich herausfordernd vor und sagt, ADHS habe angekündigt, heute Konzentration, Emotionsregulation und Motivation schwanken zu lassen.
Die Schwankung selbst ist das Merkmal – nicht ein durchgehend niedriges Niveau.
ADHS-Meme: Ein Mann blickt entgeistert – wenn man eine ganze Seite gelesen hat und dann merkt, dass man vergessen hat, sie zu verstehen.
Lesen und Verstehen sind zwei getrennte Vorgänge. Der zweite braucht Aufmerksamkeit, die nicht immer verfügbar ist.
ADHS-Meme mit drei Gehirnbildern: «Es beschützt», «Es greift an», «Es bildet Assoziationen, die für Neurotypische ohne mehrfache Erklärung keinen Sinn ergeben».
Assoziatives Denken ist eine Stärke – bis man den Gedankensprung erklären soll.
ADHS-Meme mit SpongeBob, der ein aufgeschlagenes Buch mit zwei Seiten hält: «Ständig Erinnerungen an Aufgaben brauchen» und «Es hassen, gesagt zu bekommen was zu tun ist».
Beides gleichzeitig zu brauchen macht Unterstützung heikel. Selbst gesetzte Erinnerungen umgehen den Widerstand.

Zeitgefühl und Zeitblindheit

Zeit zu spüren und einzuschätzen fällt vielen Betroffenen schwer. Das erklärt Verspätungen besser als jede Unterstellung mangelnder Wertschätzung.

ADHS-Meme aus Brooklyn Nine-Nine: «Merk dir den Tag, Gina. 18. Mai, 16 Uhr.» – «Schatz, wir sind längst im Oktober.» Zeitblindheit bei ADHS.
Monate können sich anfühlen wie Wochen.
ADHS-Meme aus The Good Place: Zeitmanagement mit ADHS – «Sollte nicht lange dauern. Zwischen einer Stunde und, ähm, elf Monaten.»
Aufwand einzuschätzen gehört zu den schwierigsten Aufgaben und ist gut trainierbar.
ADHS-Meme mit Interstellar: Wie sich Zeit anfühlt, wenn man etwas auch nur ansatzweise Uninteressantes tun muss – eine Stunde hier sind sieben Jahre auf der Erde.
Bei Reizarmut dehnt sich die gefühlte Zeit, im Hyperfokus verschwindet sie.
ADHS-Meme mit SpongeBob: tagsüber müde im Bett, um zwei Uhr nachts hellwach und voller Energie.
Ein verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus ist bei AD(H)S häufig und wird oft übersehen.
ADHS-Meme mit SpongeBob im Bett neben einem Streikschild: Man bleibt liegen, obwohl man in sechs Minuten geduscht, angezogen, gefrühstückt und unterwegs zur Arbeit sein müsste.
Der Körper folgt dem Wissen nicht automatisch. Genau darin liegt die Schwierigkeit.
ADHS-Meme mit Bob Ross vor der Staffelei: Sich selbst austricksen, indem man Termine im Kalender früher einträgt – «Siehst du, ich hab dich reingelegt».
Selbsttäuschung als Methode. Funktioniert, bis man sich daran erinnert.
ADHS-Meme mit Gru: Beim Duschen jedes Zeitgefühl verlieren, deshalb eine Playlist als Zeitmesser einrichten – und dann die Playlist zu sehr geniessen.
Hilfsmittel gegen Zeitblindheit werden gern selbst zur Ablenkung. Ein Wecker ist verlässlicher als Musik.
ADHS-Meme mit einem entgeisterten Gesicht: Das Getränk zum schnelleren Kühlen ins Gefrierfach gestellt – und es zwei Tage später wiedergefunden.
Aus den Augen, aus dem Sinn. Ein Wecker beim Hineinlegen kostet fünf Sekunden.
ADHS-Meme: Eine Figur mit der Beschriftung «mein ganzer Tag» wehrt sich gegen eine bedrohlich wirkende zweite Figur mit der Beschriftung «ein terminierter Telefonanruf».
Ein einziger fixer Termin kann den ganzen Tag blockieren, weil alles darum herum unbrauchbar wird.
ADHS-Meme: Ein gezeichneter Kopf in der Mitte, ringsherum in einem Kreislauf immer wieder der Satz «Ich mache es in zehn Minuten».
Die Zehn-Minuten-Schleife kann Stunden dauern. Sie zu bemerken ist der erste Schritt heraus.

Aufschieben und Anfangen

Nicht anfangen zu können ist etwas anderes als nicht anfangen zu wollen. Wer den Unterschied kennt, erkennt sich hier wieder.

ADHS-Meme aus The Office: Sie ruft «Hör auf zu prokrastinieren», er kontert, dann prokrastiniere er eben noch härter. Beschriftet mit «Ich» und «Mein ADHS».
Aufschieben lässt sich nicht wegermahnen, auch nicht von einem selbst.
ADHS-Meme: Ein Auto reisst im letzten Moment auf die Ausfahrt. Geradeaus «Projekt rechtzeitig fertigstellen», Ausfahrt «halbes Zimmer putzen, Schrank umräumen – Moment, ist das mein alter Gameboy?».
Produktives Vermeiden: Man tut etwas, nur nicht das, was ansteht.
ADHS-Meme mit Charlie Brown am Fenster: Warten, bis das Paket endlich ankommt, um mit dem Leben weitermachen zu können.
Eine offene Erwartung kann den ganzen Tag blockieren.
ADHS-Meme mit einer alten Zeichnung: Ein Mann schreckt entsetzt im Sessel zurück, weil ein Gesicht am Fenster erscheint – beschriftet mit «Ich» und «Eine leicht erledigbare Aufgabe».
Dass gerade kleine Aufgaben Widerstand auslösen, gehört zu den irritierendsten Erfahrungen bei AD(H)S.
ADHS-Meme: Ein Mann zeichnet konzentriert, während eine schwere Hantelstange auf seinem Rücken lastet – so fühlen sich alltägliche Aufgaben mit ADHS an.
Die Aufgabe ist nicht schwer. Sie anzugehen schon.
ADHS-Meme mit SpongeBob, angespannt auf dem Sofa: So gestresst zu sein, dass Entspannen den Stress verstärkt, weil man gerade nicht an dem arbeitet, was den Stress auslöst.
Erholung ohne schlechtes Gewissen ist für viele der schwierigste Teil.
ADHS-Meme: Ein freundlich lächelnder Abfallcontainer steht in Flammen, dazu die Zeile «This little light of mine, I'm gonna let it shine».
Selbstironie als Bewältigungsstrategie – verbreitet und oft hilfreicher als ihr Ruf.
ADHS-Meme, Strichzeichnung: Oben machen neurotypische Menschen einfach die Sache. Unten mit undiagnostiziertem ADHS: Kaffee, zehn Stunden Schlaf, zwei Stunden an die Wand starren, die Stimmung aller prüfen – und acht Stunden Arbeit in einer Stunde.
Der Weg zum Ergebnis sieht anders aus. Das Ergebnis oft nicht.
ADHS-Comic von ADHDinos: Ein Projekt existiert einfach nur, der Dinosaurier schaut es an und sagt schliesslich «Hör auf, mir Schuldgefühle zu machen».
Unerledigtes wirkt auch dann, wenn man es nicht ansieht. Bild: ADHDinos
ADHS-Meme mit einer Filzente auf einer Schaukel: «Hast du nicht in zwei Tagen Prüfungen?» – «Ja, wieso?»
Der Handlungsdruck kommt erst, wenn die Frist unmittelbar ist. Vorher fühlt sie sich unwirklich an.
ADHS-Meme mit dem Hund im brennenden Raum, hier vor einem Regenbogen: Wenn eine Aufgabe viel Selbststeuerung verlangt und wenig Belohnung verspricht – «Das ist unerträglich».
Aufgaben ohne spürbare Belohnung sind der eigentliche Stolperstein, nicht schwierige Aufgaben. Bild: jennhasadhd
ADHS-Meme als Balkendiagramm: Geld und Status geben ein wenig Machtgefühl – weit darüber liegt, eine Sache sofort zu erledigen statt sie wochenlang aufzuschieben, bis die Scham den Anfang verhindert.
Die Klammer ist der wahre Kern: Scham übers Aufschieben macht das Anfangen zusätzlich schwer. Bild: iamnotanartist_
ADHS-Meme: Erst Freude darüber, kurz vor Ablauf der Frist zwei Vorschläge eingereicht zu haben – dann Verzweiflung, weil einer davon angenommen wurde.
Unter Zeitdruck entsteht viel. Die Folgen davon kommen später.
ADHS-Meme mit zwei Kreisdiagrammen: Was Leute für ADS halten – unkonzentriert, faul, nicht real. Was es tatsächlich ist – ein verschachtelter Kreislauf aus Aufschieben, fehlendem Antrieb, Anspannung und wachsender Sorge.
Die Vorurteile passen in drei Wörter. Das Erleben nicht.
ADHS-Meme, Zeichnung: Eine Figur mit Schlafmaske «Lasst uns fokussieren», daneben ein grell strahlender Laptop mit der Aufschrift «auf das Falsche».
Konzentration ist vorhanden. Sie richtet sich nur selten auf das Gewünschte.
ADHS-Meme im Ablehnen-Zustimmen-Format: «Morgen fällig» wird abgewinkt, «morgen machen» zustimmend gezeigt.
Fristen werden zu Startsignalen statt zu Endpunkten.
ADHS-Meme: Eine Figur kniet bittend vor einer sitzenden Figur mit der Beschriftung «Exekutivfunktionen» – auf die Bitte, jetzt anzufangen, um später keinen Stress zu haben, kommt nur «Nö».
Einsicht und Umsetzung sind zwei verschiedene Systeme. Genau da setzt Selbstmanagement an.
ADHS-Meme: Ein Haufen wirr verknoteter blauer und schwarzer Bänder mit der Beschriftung «ADHS-Aufmerksamkeitsschleife».
Das Bild braucht keine Erklärung – und trifft es besser als jede Broschüre.

Hyperfokus und Interessen

Stundenlange Versenkung in das eine und kein Anfang beim anderen. Beides gehört zusammen und wird von aussen selten als dasselbe erkannt.

ADHS-Meme mit Joey aus Friends: erst entspannt beim Gedanken an die aktuelle Hyperfixation, dann erschrocken – man war mitten in einem Gespräch.
Hyperfokus kennt keine Rücksicht auf den Kontext.
ADHS-Meme: Eine Schülerin stülpt einer anderen eine Tuba über den Kopf. Beschriftet: Das eigene Gehirn setzt eine neue Hyperfixation an, während man produktiv sein möchte.
Neue Interessen kommen selten dann, wenn man Zeit dafür hat.
ADHS-Meme: Ein rotes Transparent mit der Aufschrift «Wir tun das nicht, weil es einfach ist, sondern weil wir dachten, es wäre einfach».
Aufwand zu unterschätzen ist kein Übermut, sondern eine Schwäche der Planungsfunktion.
ADHS-Meme als Kreislaufdiagramm: Interesse an etwas Neuem, dann Besessenheit, viele Stunden Einarbeitung – und Langeweile, bevor es sich auszahlt.
Der Kreislauf erklärt, warum viele Betroffene erstaunlich viel können und trotzdem selten etwas abschliessen.
ADHS-Meme mit Pingu, verschränkte Flügel: Man nimmt sich endlich Zeit für das, worauf man den ganzen Tag hyperfixiert war – und das Gehirn sagt: jetzt nicht mehr.
Interesse lässt sich nicht auf Termin verschieben. Das ist der Kern des Problems.
ADHS-Meme mit dem Mann im gelben Anzug hinter dem Baum: Alle vier Monate zurück zum Japanischlernen, um es nach drei Tagen wieder liegen zu lassen.
Wiederkehrende Anläufe sind typisch – und kein Zeichen von Faulheit.
ADHS-Meme, Beitrag von @escherbug: Undiagnostiziertes ADHS heisst, bei jedem Bild, Lied, Videospiel und Bastelvideo sofort zu denken «das will ich auch machen».
Der Impuls, alles selbst zu können, ist echt. Die Zeit dafür ist es nicht.
ADHS-Meme, Beitrag von Liz Cordeiro: Der ADHS-Walk-of-Shame ist, allen eingestehen zu müssen, dass die neue Leidenschaft, von der man impulsiv erzählt hat, schon wieder vorbei ist.
Deshalb zögern viele, überhaupt noch von neuen Vorhaben zu erzählen.
ADHS-Comic von ADHDinos: Ein Dinosaurier und ein Gehirn besprechen die Prioritätenliste – die neue Hyperfixation steht jetzt über dem Essen, nur Wasser bleibt darüber.
Grundbedürfnisse rutschen im Hyperfokus nach hinten. Erinnerungen ans Essen und Trinken sind kein Kinderkram. Bild: ADHDinos
ADHS-Meme mit einer Katze in einer Kiste, drei Stufen: warten auf die nächste Hyperfixation, eine neue Nische einer alten entdecken, und wenn eine alte Hyperfixation wieder aufflammt.
Alte Interessen verschwinden nicht, sie ruhen nur. Bild: JennHasADHD

Gespräche und Soziales

Zuhören, den Faden halten, nicht dazwischenreden, den richtigen Moment abpassen: Gespräche verlangen viel gleichzeitig.

ADHS-Meme «Inside you there are two wolves»: der eine redet impulsiv drauflos, der andere sagt aus Angst anzuecken gar nichts.
Impulsivität und Rückzug sind keine Gegensätze – viele Betroffene kennen beides, oft im selben Gespräch.
ADHS-Meme mit einer Schlagzeile: Ein 24 Stunden vermisster Wanderer ignorierte die Anrufe der Rettungskräfte, weil die Nummer unbekannt war – Bildunterschrift «Schreib mir doch einfach».
Telefonvermeidung ist verbreiteter, als man denkt – und hat selten mit Desinteresse zu tun.
ADHS-Meme mit SpongeBob-Figuren vor Sonnenuntergang: Wenn ein Gespräch endet und man merkt, dass es zu 78 Prozent aus dem eigenen Oversharing bestand.
Im Redefluss geht das Mass verloren. Das Unbehagen kommt meist erst danach.
ADHS-Meme mit einer angespannten anatomischen Figur in Plank-Position: Wie es sich anfühlt, jemanden einen Satz zu Ende bringen zu lassen, den man nach zwei Sekunden verstanden hat.
Zuhören kostet aktive Anstrengung, wenn der Inhalt längst angekommen ist. Unterbrechen ist der Reflex.
ADHS-Meme, gezeichnete Figur mit weit ausgebreiteten Armen: «Ich, wenn ich ähm – und dann äh».
Wortfindungspausen mitten im Satz gehören für viele zum Alltag.
ADHS-Meme mit den Simpsons: Homer lächelt ahnungslos, während alle anderen ihn missbilligend anschauen – wenn man eine ungeschriebene soziale Regel bricht, ohne es zu merken.
Ungeschriebene Regeln sind ungeschrieben. Das macht sie schwer zugänglich.
ADHS-Meme mit vielfach wiederholtem Comicbild und langgezogenem «Is this aaaaa» – wenn man mitten im Satz den Faden verliert.
Der Gedanke war da. Und dann war er weg.
ADHS-Meme zum Trolley-Problem: Man könnte die Bahn jederzeit anhalten, müsste danach aber Hände schütteln und Smalltalk führen.
Soziale Anstrengung wird oft höher gewichtet als der Aufwand der Sache selbst.
ADHS-Meme: Eine ruhig sitzende Figur mit der Beschriftung «Menschen mit ADHS», daneben jemand, der gestikulierend erklärt, er könne das nachvollziehen, weil er 2018 einmal sein Portemonnaie vergessen habe.
Gut gemeinter Vergleich, der den Unterschied zwischen Gelegenheit und Dauerzustand verfehlt.
ADHS-Meme, Tumblr-Beitrag: Jemand kommt seit Tagen nicht von der Beobachtung los, dass Shrek vor seinem eigenen Namen zögert – obwohl es im Gespräch um etwas ganz anderes ging.
Ein beiläufiger Gedanke setzt sich fest und läuft tagelang weiter.
ADHS-Meme mit Patrick aus SpongeBob: oben mit riesigen Ohren beim Verarbeiten tausender Hintergrundgeräusche, unten reglos beim Verarbeiten der Worte des Gegenübers.
Reizfilterung ist bei AD(H)S durchlässiger. Das Nebengeräusch kommt genauso an wie das Wesentliche.

Aufräumen und Haushalt

Aufräumen scheitert selten am Wollen. Es scheitert an Reihenfolge, Anfang und den drei Dingen, die unterwegs dazwischenkommen.

ADHS-Meme, Beitrag von @Flakee: ADHS-Putzen solle künftig «Roomba-Putzen» heissen – man wandert durch die Wohnung, putzt zufällige Dinge, bis man hängen bleibt oder der Akku leer ist. Am Ende ist es etwas sauberer, aber keineswegs sauber.
Ohne Reihenfolge bleibt vieles halb erledigt. Eine feste Reihenfolge ist deshalb wirksamer als mehr Anstrengung.
ADHS-Meme: Den ganzen Tag das Zimmer aufgeräumt – und es ist unordentlicher als vorher.
Alles auszuräumen ist der leichte Teil. Das Wiedereinräumen scheitert am Antrieb.
ADHS-Meme, Beitrag von Leslie Templeton: Mit ADHS könne man die Wohnung anderer putzen, wenn sie Hilfe brauchen – und starre dann fünfzehn Stunden ins eigene Zimmer, ohne anzufangen.
Für andere fällt das Anfangen leichter als für sich selbst. Das ist kein Widerspruch, sondern typisch.
ADHS-Meme: Der Vorsatz, mit einer Grundreinigung des Zimmers Motivation zu wecken – und dann findet man eine Kiste mit altem Kram und feiert.
Aufräumen wird zur Zeitreise. Deshalb dauert es so lange.
ADHS-Meme: Nach dem Aufräumen der Vorsatz, es nie wieder unordentlich werden zu lassen – daneben das Foto des Zimmers zwei Tage später, wieder im Chaos.
Ordnung halten ist eine andere Fähigkeit als Ordnung herstellen. Systeme helfen mehr als Vorsätze.
ADHS-Meme: Ein Kind wäscht sichtlich zufrieden Geschirr – so verhalten sich Menschen mit ADHS in jeder Wohnung ausser der eigenen.
Von aussen gesetzte Anlässe wirken stärker als selbst gesetzte.
ADHS-Meme: Jemand steht mit Besen und Handy da und sucht das richtige Lied, um mit dem Putzen weiterzumachen.
Die Vorbereitung ersetzt die Tätigkeit. Ein Klassiker beim Aufschieben.
ADHS-Meme mit zwei Hirnscans: «Lass uns den Schrank aufräumen. Aber vorher solltest du noch ein Bild aufhängen und den Router neu einrichten.»
Zwischen Vorsatz und Ausführung schieben sich zuverlässig drei weitere Vorhaben.
ADHS-Meme: Ein Hund liegt neben umgekipptem Putzeimer flach auf dem Boden – entweder man putzt mit vollem Einsatz oder gibt nach drei Minuten auf, dazwischen gibt es nichts.
Das Alles-oder-nichts-Muster erschöpft. Kleine, klar begrenzte Einheiten sind der Ausweg.
ADHS-Meme: ADHS sei, wenn man ein Zimmer aufzuräumen beginnt und bis zum Ende noch Körpercreme gemacht, dem Kater eine Mütze genäht und im Garten einen Baum gepflanzt hat.
Am Ende ist viel geschehen. Nur nicht das Geplante.

Schule, Studium und Arbeit

Fristen, Prüfungen, Anweisungen: Der Leistungskontext bringt die Schwierigkeiten am deutlichsten zum Vorschein.

ADHS-Meme: «Wie viele Kinder mit ADHS braucht es, um eine Glühbirne zu wechseln?» – «Wollen wir Velo fahren?»
Der Themenwechsel kommt schneller als die Antwort.
ADHS-Meme aus The Office: Zwei Zettel mit «Ehemals hochbegabte Kinder, die mit guten Noten und Charme durchkamen» und «Undiagnostiziertes ADHS im Erwachsenenalter» – «Das ist dasselbe Bild».
Wer in der Schule mühelos mitkam, fällt später umso härter auf – einer der häufigsten Wege zur späten Diagnose.
ADHS-Meme: Ein Baum mit tief hängenden Blättern, daneben eine Comicfigur, die im Vorbeigehen danach greift – «Jedes Mal, wenn ich an einem Baum vorbeikomme».
Der Griff passiert, bevor man ihn entscheidet. Impulsivität im Kleinformat.
ADHS-Meme in drei Bildern: Ein Mann blinzelt kurz, dahinter wechselt die Wandtafel von einer einfachen Formel zu einer komplett vollgeschriebenen Fläche – wenn man im Unterricht einen Moment abgelenkt war.
Ein kurzer Aussetzer, und der Anschluss ist weg. Deshalb sind Mitschriften und Aufzeichnungen so wertvoll.

Geld und der ADHS-Zuschlag

Vergessene Rechnungen, verdorbene Lebensmittel, doppelt gekaufte Dinge: Der sogenannte ADHS-Zuschlag ist die Summe der kleinen Mehrkosten.

ADHS-Meme mit Gru: Das eigene Bankkonto, nachdem man ein neues Hobby gefunden hat – «Was Geld angeht, haben wir kein Geld».
Neue Interessen kommen selten allein. Meist bringen sie eine Vollausstattung mit.
ADHS-Meme im Ablehnen-Zustimmen-Format: Nicht den zweiten Schirm kaufen, sondern das Kaufen so lange vergessen, bis man beim nächsten Regen zufällig den verlorenen wiederfindet.
Der «ADHS-Zuschlag» sind die Mehrkosten durch Vergessenes und Verlorenes. Er summiert sich.
ADHS-Meme, Beitrag von Jesse J. Anderson: Menschen mit ADHS zahlen oft einen «ADHS-Zuschlag» für Vermiedenes und Vergessenes, etwa verdorbenes Obst. Ein Ausweg sei, den Zuschlag im Voraus zu zahlen – etwa teureres, bereits geschnittenes Obst zu kaufen.
Ein praktischer Gedanke: Mehrkosten bewusst einplanen, statt sich über sie zu ärgern. Bild: Jesse J. Anderson
ADHS-Meme: Ein Mann sitzt lächelnd und mit Ketten an den Stuhl gefesselt am Schreibtisch – endlich eine Strategie gegen impulsive Einkäufe gefunden.
Impulskäufe lassen sich schlecht durch Vorsätze bremsen. Zahlungswege zu erschweren wirkt besser.

Medikamente und Behandlung

Diese Memes ersetzen kein Gespräch mit der behandelnden Ärztin. Fragen zur Medikation gehören in die Sprechstunde.

ADHS-Meme mit einem überraschten Gesicht: Wenn man neue ADHS-Medikamente nimmt und zum ersten Mal im Leben empfindlich auf Koffein reagiert.
Unter Stimulanzien verändert sich oft die Koffeinverträglichkeit. Ein Punkt, den man mit der behandelnden Ärztin besprechen sollte.
ADHS-Meme mit der schreienden Frau und der Katze: Vorwurf, das Medikament sei ein Betäubungsmittel und mache abhängig – Antwort von jemandem, der die Einnahme schon wieder vergessen hat.
Die Sorge vor Abhängigkeit ist verbreitet. In der Praxis ist das Gegenteil häufiger: Die Einnahme geht vergessen.
ADHS-Meme, Beitrag von @oncloud_b: Es bleibe komisch, dass die Behandlung von ADHS darin bestehe, jeden Morgen zur selben Zeit eine Tablette zu nehmen.
Regelmässigkeit ist genau das, was schwerfällt. Erinnerungshilfen sind deshalb Teil der Behandlung, kein Zusatz.
ADHS-Meme mit Willem Dafoe, zufrieden lächelnd: Nach der Einnahme der ADHS-Medikation – «Ich bin selbst so etwas wie neurotypisch.»
Wenn die Einstellung stimmt, beschreiben viele genau dieses Gefühl: nicht anders sein, sondern endlich zugänglich.
ADHS-Meme mit Demonstranten: «Was wollen wir? ADHS-Medikamente! Wann wollen wir es? Eichhörnchen!»
Der Themensprung mitten im Satz – hier als Pointe, im Alltag als Dauerzustand.

Wenn AD(H)S übersehen wird

Diese treffen einen wunden Punkt. Sie sind komisch und beschreiben genau das, was viele Erwachsene jahrelang erleben, bevor überhaupt jemand an AD(H)S denkt.

ADHS-Meme im Scooby-Doo-Stil: Unter der Maske von Depression und Angst kommt unbehandeltes ADHS zum Vorschein.
AD(H)S wird bei Erwachsenen häufig hinter Depression, Angst oder Erschöpfung übersehen. Mehr dazu bei den ADHS-Krankheitsbildern.
ADHS-Meme mit John Mulaney: Wenn jemand sauer ist, weil man zu spät, unaufmerksam oder unordentlich ist – «Ich will auch nicht, dass ich das tue, was ich tue.»
Betroffene stören sich meist selbst am stärksten an ihrem Verhalten.
ADHS-Bingokarte «A day with ADHD» mit 25 Alltagssituationen: 50 offene Tabs, mitten im Satz vergessen was man sagen wollte, das Handy nicht finden, Projekte anfangen und nie beenden.
Wie viele Felder treffen bei Ihnen zu? Wenn es auffällig viele sind, kann eine Abklärung Klarheit bringen.
ADHS-Meme mit einer Katze, der ein Ladesymbol auf der Stirn eingeblendet ist: «Erzähl mir etwas über dich» – und man versucht sich zu erinnern, wer man eigentlich ist.
Auf Abruf über sich zu sprechen, ist etwas anderes als sich zu kennen.
ADHS-Meme mit Gru und seinem Plan: ADHS-Diagnose erhalten, jedes Detail des eigenen Lebens verstehen – und dann die Erkenntnis, dass die eigene Persönlichkeit nur noch aus einer Liste von ADHS-Merkmalen zu bestehen scheint.
Nach der Diagnose alles durch diese Brille zu sehen, ist eine normale Phase. Sie legt sich wieder.
ADHS-Meme mit dem lächelnd verbergenden Mann: Man wird vom vielen Kaffee müde, und die Kollegin sagt, man sehe aus, als könnte man einen Kaffee gebrauchen.
Dass Koffein müde macht statt wach, kennen viele Betroffene – und niemand sonst glaubt es ihnen.
ADHS-Meme mit dem roten Knopf: Der Bildschirm ist zu hell – und man drückt entschlossen auf «Lautstärke leiser».
Handlungsimpuls vor Handlungsprüfung. Meist harmlos, manchmal teuer.
ADHS-Meme, Textbeitrag: Ob noch jemand mit ADHS unter Über-Inspiration leide – man wolle so vieles gleichzeitig, und sobald klar sei, dass das nicht geht, sei die Inspiration weg.
Zu viele Möglichkeiten wirken lähmend statt beflügelnd. Eine Sache auszuwählen ist der eigentliche Schritt.
ADHS-Meme, Kurznachricht: «Sorry, dass ich nicht zurückgeschrieben habe – ich habe heute auch vergessen zu essen, falls dich das tröstet.»
Nicht zurückzuschreiben ist selten persönlich gemeint. Es trifft alles gleichermassen, auch einen selbst.
ADHS-Meme im Drake-Format: Nicht täglich duschen, sondern heftig schwanken zwischen dreimal am Tag und wochenlang gar nicht.
Alltagsroutinen schwanken bei AD(H)S oft zwischen Extremen statt sich einzupendeln.
ADHS-Meme, Textliste: Zwei Stimmungen – «Ich kann es nicht» und «Ich kann nicht aufhören». Zwei Zeiten – «jetzt» und «nicht jetzt». Zwei Gedächtnismodi – eben Gesagtes vergessen, aber jeden Buchanfang auswendig können.
Die Zweiteilung ist überzeichnet und trifft doch: Zwischenstufen sind das eigentlich Schwierige.
ADHS-Comic: Ein Kind wünscht sich vom Weihnachtsmann einen Drachen, wird zur Realitätsnähe ermahnt – und wünscht sich stattdessen, die zufällige Motivation von drei Uhr nachts jederzeit zu haben. Der Weihnachtsmann fragt zurück, welche Farbe der Drache haben soll.
Motivation auf Abruf wäre das eigentliche Wunder. Struktur ist der realistische Weg dahin.
ADHS-Meme als Kreislauf: haufenweise Ideen bekommen, neues Projekt starten, allen davon erzählen – und zurück zu neuen Ideen, ohne je bei «Projekt fertigstellen» anzukommen. Darunter der Kommentar «Ich bin auf diesem Bild und mag es nicht».
Der Kreis schliesst sich nie an der Stelle, an der man ihn gern hätte.

Wenn Sie sich in vielem davon wiedererkennen, muss das nichts heissen und kann trotzdem ein Anlass sein, genauer hinzuschauen. Wir bieten in Zürich ADHS-Abklärungen und Gruppen für Erwachsene an. Wie sich AD(H)S im Erwachsenenalter zeigt, steht auf der Seite ADHS bei Erwachsenen.

Die Memes stammen aus der ADHS-Community im Netz. Wo die Urheberschaft erkennbar war, ist sie genannt. Wenn Sie ein Bild erstellt haben und eine Nennung oder Entfernung wünschen, melden Sie sich bitte kurz unter mail@adhsgruppe.ch – wir kümmern uns umgehend darum.